Rewards Solutions Spotlight: Wie Markus Enzner, Executive Director Total Rewards bei Johnson Controls, die digitale Zukunft von HR sieht

Published: November 2020

 

Spotlight, unser regelmäßig mit Kunden und Kollegen durchgeführte Fragerunde beleuchtet Standpunkte führender Persönlichkeiten zu Trendthemen in der Welt von Personal und Digitalisierung


Ian Karcher
Associate Partner, Aon

Markus Enzner
Executive Director Total Rewards, Johnson Controls


Wie sieht Johnson Controls die digitale Zukunft von HR?

Ian Karcher, Associate Partner im Bereich Rewards Solutions bei Aon, sprach kürzlich mit Markus Enzner, Executive Director Total Rewards bei Johnson Controls darüber, wie die Digitalisierung Human Resources in einer der weltweiter Markt- und Technologieführer und Anbieter ganzheitlicher und intelligenter Gebäudelösungen beeinflusst.

In diesem Jahr hat Johnson Controls mit OpenBlue eine neue digitale Plattform eingeführt, um unterschiedlichste Komponenten in Gebäuden nahtlos miteinander zu vernetzen, und es damit Kunden ermöglicht, ihre Immobilien smart, flexibel und nachhaltig mit Hilfe des Johnson Controls Lösungs- und Dienstleitungsportfolio zu steuern. Herr Enzner berichtet aus dem Unternehmen und dem Bereich Total Rewards.

Inwiefern verändert die Digitalisierung Ihre Industrie beziehungsweise Ihr Unternehmen?

Digitalisierung ist eines der führenden Themen für Johnson Controls. Das heutige Johnson Controls ist aus einem großen Merger zwischen der Johnson Controls Inc und der Tyco International plc im Jahr 2016 entstanden. Seit dem Zusammenschluss wurde der Anspruch klar artikuliert, sowohl einer der Technologieführer in unserem Geschäftsbereich zu sein, als auch einer der 20 größten B2B Anbieter der Welt zu werden. Diese Themen wurden ganz klar in der Unternehmensstrategie festgehalten und seitdem hat das Unternehmen viel getan, um diese Ziele zu erreichen. So haben wir haben im Jahr 2019 den neuen Vorstandsbereich „Customer & Digital‘ geschaffen. In diesem Bereich wurden nicht nur die klassischen Technologiefunktionen gebündelt, sondern auch Bereiche, die sich mit der (digitalen) Zukunft des Unternehmens auseinandersetzen, wie die Unternehmensstrategie, das Unternehmensmarketing oder das Business Development. 
 

Inwiefern verändert die Digitalisierung die Arbeit von HR?


Die Digitalisierung verändert nahezu alle Aspekte der klassischen HR-Arbeit. Die Verfügbarkeit von Daten, die Art und Weise wie man kommuniziert, trainiert, lernt, wie relevante Informationen gesucht und vor allem gefunden werden. All dies ist gerade im Umbruch. Allerdings muss man auch ehrlich sagen, dass nach wie vor nicht jede Technik vollkommen ausgereift ist. Z.B. haben wir für unseren HR-Bereich im Intranet eine Robotertechnologie eingesetzt, welche in der Lage ist, Fragen von Mitarbeitern oder Führungskräften zu HR-Themen gezielt und spezifisch zu beantworten oder weitere relevante Informationen zugänglich zu machen. Die Technologie ist ausgerollt und funktioniert, allerdings besteht hier definitiv verbesserungsbedarf und man merkt, dass viele technologische Ideen und Entwicklungen noch weiter reifen müssen, bis sie so reibungslos funktionieren, wie wir uns das für eine technologiebezogene (Arbeits-)Welt vorstellen. Allerdings sind wir gefühlt erst am Anfang einer Entwicklung, die nicht nur verändern wird WIE wir arbeiten und an WAS wir arbeiten, sondern die in alle Aspekte des Arbeitsalltages eingreifen wird. 

Spannend ist natürlich auch gerade die Entwicklung, die durch die Corona-Pandemie eingeläutet wurde. Die Möglichkeit für Mitarbeiter vermehrt aus dem Home Office zu arbeiten, war leider vor dem Corona Virus immer noch nicht vollkommen in der betrieblichen Praxis angekommen. Durch die Pandemie-Situation wurde dieses Thema zur Normalität der Arbeitswelt, und damit verbunden mussten auch die entsprechenden Tools vorhanden sein oder eingeführt werden, die es den Mitarbeitern ermöglichen, ihre Arbeit weiterhin auch von zu Hause aus zu erledigen. Hier werden sich für die Zukunft neue Herausforderungen an HR und IT gemeinsam herauskristallisieren. Der Bereich HR wird sich Gedanken machen müssen, welche Jobs geeignet sind für das Arbeiten von zu Hause aus und welche Mitarbeiter teilweise oder immer ins Büro oder auch zum Kunden müssen, wie man Heimarbeit sinnvoll organisieren, durchführen und unterstützen kann und wie die Richtlinien dazu aussehen. Die IT wird sich mit der technischen Unterstützung beschäftigen und versuchen müssen, den Bedarf der Mitarbeiter mit den Interessen des Unternehmens zu verknüpfen.

 


Wenn Sie 10 Jahre in die Zukunft schauen könnten, wie würde HR der Zukunft aussehen?

Es ist klar und offensichtlich, dass Technologie, Automatisierung und auch künstliche Intelligenz ihren Einzug in die unternehmerische Normalität finden werden. Auch die HR-Bereiche werden sich weiterhin intensiv mit diesen Themen beschäftigen müssen. 

Was, denke ich, schwierig ist, ist die Geschwindigkeit der Entwicklung von Technologie einzuschätzen. Meine Erfahrung ist, dass gerade interne Automatisierungsprozesse der generellen Entwicklung hinterherhinken. D.h. Unternehmen sind in ihrem Kerngeschäft und in ihren Produkten meist technologisch weiter fortgeschritten, als in ihren internen Prozessen, was natürlich auch Sinn macht. Aber es ist klar, dass der technologische Fortschritt der größte Innovations- und Wachstumstreiber für Unternehmen bleiben wird und gerade interne Effizienzsteigerungen zum Unternehmenserfolg beitragen werden. Insgesamt freue ich mich persönlich sehr auf diese betriebliche Zukunft, die uns entlasten und auch im Personalbereich dazu führen wird, weniger Fokus auf administrative oder transaktionale Themen setzen zu müssen. Sondern es uns erlaubt, den Fokus auf betriebsrelevante taktische oder strategische Themen zu legen. 

Das perfekte, langfristige Zukunftsszenario sieht für mich so aus, dass in den HR-Abteilungen neue Technologien, sowie AI oder Virtual Reality angekommen sind, aber auch neue und verlässliche Lösungen zur Datensicherheit und Datenverschlüsselung vorliegen und konsequent angewandt werden. Dies führt dazu, dass viele der täglichen Aufgaben automatisiert erledigt werden und die Aufgabe von HR darin liegt, noch näher am Mitarbeiter zu sein und diesen durch jeden Teil des Mitarbeiterzyklus zu begleiten.

For more insights on compensation trends and our survey products, please write to rewards-solutions@aon.com.

 

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